Beim Plausch über die anstehende Türkeireise, bietet Ismail, mein netter Kollege aus Wuppertal mir an, doch bei seinen Verwandten auf dem Dorf zu übernachten - hier könne ich mal das richtige Dorfleben sehen.
Bevor ich jedoch in das Dorf komme, steht noch ein kleines Abenteuer an:
In der Nähe von Kayseri sehe ich von der Straße aus, Steelen auf den Hügeln nebenan - Stonehenge in der Türkei? - das muss ich mir ansehen!
Der Weg, den ich gewählt habe ist tückisch, hinter einer steilen Kuppe
lauert ein tiefes Matschloch, ich kann zwar noch ausweichen, aber das
Hinterrad rutscht hinein...
Was anfänglich harmlos aussah, entpuppt sich als größeres Problem. Die ganze Fuhre wiegt schätzungsweise 300 kg, da ist mit hochziehen nicht viel... Nachdem ich das Gepäck abmontiert habe, rutscht die Kiste immer weiter in den Schlamm. Abseits der Straße ist Hilfe fern... Es folgen stundenlanges Schleppen von Steinen und Gestrüpp um das Motorrad erst einmal erreichbar zu machen. Schließlich kommen doch noch Fremdenführer mit Allradautos, auf dem Weg zu einem Sightseeing, die drei Fahrer steigen kurzerhand aus und zerren gemeinsam mit mir die Karre aus dem Dreck - Tescheküreler!!
Die Steelen entpuppen sich übrigens als modernes Kunstwerk, mit einem mir nicht verständlichen Hintergrund. Zu
guter Letzt versuche ich auf dem Schotterweg einem dieser großen
verwilderten Hirtenhunde auszuweichen und leg mich nach allen Regeln der
Kunst auf die F... - so ein Mist! Der Köter sucht zumindest sofort das
Weite, ich war so geladen, den hätte ich mit blossen Händen zerlegt
(glücklicherweise musste ich das nicht unter Beweis stellen).
Na ja - wie war das noch, wer macht die Gefühle? Ok, happy sein!
Der Schaden hält sich in Grenzen: Sturzbügel verbogen, Koffer
verbeult, Schrammen auf Handprotektor und Windschild und ne Schramme am
Knie.
Für heute hab ich aber genug von Schotterpisten! Jetzt aber auf nach Basak Köyü, die erwarten mich schließlich dort.
Im Dorf angekommen ist es bereits dunkel, ich werde von Ismails
Schwiegereltern und seiner Schwägerin "Cherry"? sehr herzlich
aufgenommen.
Am nächsten Tag führt mich der Vater durch das Dorf,
die meisten jungen Leute sind in die großen Städte oder ins Ausland
gezogen. Neben den alten, einfachen Häusern zeigt er mir die neueren
Häuser der Rentner, die hier ihren Lebensabend genießen.
In wunderschöner Berglandschaft ist das Leben für einige sehr einfach geblieben, der Esel hat hier als als Transportmittel noch nicht ausgedient.
Auch, wenn ich keinen Ton von dem verstehe, was sie erzählen, lasse ich mich gerne in die Welt der Männer mitnehmen - ab und zu rettet mich Cherry.
Die Familie ist so bemüht, dass sie mich gar nicht mehr gehen lassen will - ich bin gerührt - aber die Zeit ist begrenzt.
Vielen, vielen Dank an die ganze Familie und natürlich - Danke Isi!
P.S. - Der Beitrag von Aphrodisias war bislang nicht online, hatte sich irgendwie verhakt - jetz funktioniert er hoffentlich: Aphrodisias
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